Jordanien. Wüste macht einen großen Teil dieses Landes aus und genau dort, in Wadi Rum, verbrachte ich einige Tage meiner Reise, um mir einen Eindruck von Land und Leuten zu verschaffen.

Dieses Schutzgebiet wurde 2011 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Ich übernachtete in einem Beduinencamp, mitten im Niemandsland, umgeben von wunderbar geformtem rötlichem Sandstein. Trotz des Winters sind die Temperaturen von ca. 20 Grad erträglich, nachts wird es jedoch recht kalt. Wadi steht für ein ausgetrocknetes Flussbett. Bei Regenfällen kann das Wasser aufgrund des undurchlässigen Bodens nicht abfließen, bei starkem Regen kann es dann durchaus gefährlich werden.

Ich entschied mich für die gefährlichere Variante und erlebte einen Regenschauer, den man laut Aussagen des Camp Besitzers so noch nicht erlebt hat. Anhand des Geräuschpegels des Regens auf meinem Zelt, wunderte es mich nicht, dass es dann auch reinregnete. Den Bass des Donners spürte ich bis in die Magengegend und die Anzahl der Blitze war furchterregend. Wir mussten nachts sogar kleine Gräben um die Zelte ziehen, da diese den Wassermassen sonst nicht standgehalten hätten.

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Meine Tage dort war ich der einzige Gast, was sich für mich als Glücksfall erwies. Ich verbrachte die Zeit mit dem Camp Besitzer, einem Mitarbeiter und deren Freunden. Neben einer Wüstentour mit Jeep oder Kamel gibt es nicht viel zu unternehmen, deshalb wird gechillt, Tee getrunken, Shisha geraucht und sich ausgetauscht. Sie beantworteten mir all meine Fragen, stellten mich ihren Freunden vor und wir bereiteten gemeinsam das Essen zu.

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Einmal, im Wüstencamp, sollte es als Hauptspeise Hühnchen geben. So machten wir uns auf den Weg in den Hühnchen Laden um die Ecke. Der Laden war ca. 15 qm groß und gleich am Eingang stand ein Käfig voller Hühner. Der Verkäufer präsentierte uns 2-3 Hühner und die Jungs suchten sich eins aus. Es wurde gewogen und der Preis ausgemacht. Währenddessen überlegte ich, dass ich diesmal nicht bei der Zubereitung dabei sein muss. Huhn töten und so, können die ja machen. In diesem Moment bog der liebe Verkäufer dem Tier jedoch schon den Kopf nach hinten, schnitt ihm die Kehle durch und steckte es kopfüber in ein Waschbecken. Anderthalb Minuten später hörte es auf zu zappeln und war ausgeblutet. Noch in Rekordzeit das Vieh zerkleinert und nach insgesamt vielleicht 10 Minuten verließen wir den Laden. Ich leicht geschockt, unserer Hühnchen nach islamischem Recht zulässig geschlachtet (halal) in einer Plastiktüte.

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